Interview mit dem Ex-Vorsitzenden des RC Germania Dortmund Wolfgang Beier
Seit Ende März besteht der Vorstand aus neuen Mitgliedern. Um dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden die Chance zu geben, seine Erfahrungen preiszugeben, habe ich auch mit Wolfgang Beier (dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden) ein Interview gemacht. Lest selbst!
1. Was hat dich dazu bewegt, nicht mehr als Vorsitzender des Vorstandes zu fungieren? Warum hast du dich zurückgezogen?
Nach nunmehr über 30jähriger Vorstandsarbeit in verschiedenen Funktionen, zuletzt 7 Jahre in der Funktion als Vorsitzender, ist es an der Zeit einen Generationswechsel in der Führungsspitze des Clubs herbeizuführen. Wie du sicherlich festgestellt hast, haben wir den Generationswechsel im geschäftsführenden Vorstand bereits eingeläutet und zwar in der Person unserer Stellv. Vorsitzenden „Finanzen“ Hedi Godland.
2. Wie würdest du deine Arbeit beim RCG rückwirkend beschreiben?
Wir haben den Club in den 7 Jahren nach Innen und Außen neu aufgestellt. Ich sage wir, weil mir ein Team zur Seite stand, das bereit war daran mitzuwirken. Nur in einem guten Team sind derartige umfangreiche Aufgaben zu bewältigen. Ich möchte einige wichtige Punkte nennen, die das Bild des Ruderclubs in den 7 Jahren entscheidend geprägt haben.
1. Außendarstellung
Mit den Feiern zum „75- und 80zigsten Vereinsjubiläum“ sowie mit dem „Tag des Rudersports 2009“ konnte ein hoher Imagegewinn für den Club in der Dortmunder Bevölkerung erreicht werden.
Die aktive Mitwirkung des Clubs im Rahmen des Regionalprojektes „Fluss Stadt Land“ und die Mitarbeit bei der Verwirklichung des URBAN II-Projektes „Nordstadt an das Wasser“ haben uns die Wege zur Stadtspitze eröffnet.
Mit der Einrichtung einer Homepage ist der Club auch präsent im Internet und somit zugänglich für die Öffentlichkeit.
2. Verträge mit der Stadt Dortmund
Mit der Stadt Dortmund wurden klare Vertragsgrundlagen für die Benutzung des Bootshauses geschaffen. Seit 2006 hat der Club die Betreuung des Bootshauses übernommen. Damit hat der Ruderclub ein langfristiges gesichertes Clubhaus.
Im Rahmen des Betreuungsvertrages wurde auch die Bootshausverwaltung neu geregelt. Die Hausverwaltung obliegt nunmehr dem Ruderclub.
3. Sanierung des Bootshauses und Verbesserung des Umfeldes
Durch die guten Kontakte zur Stadt Dortmund wurde das 100 Jahre alte Bootshaus von außen saniert und der Bootsplatz komplett neu gepflastert. Die Räumlichkeiten im Bootshaus wurden teilweise neu gestaltet.
4. Moderne Vereinssatzung einschl. Ordnungen
Die alte Vereinssatzung aus dem Jahre 1947 wurde durch eine zeitgemäße, neue Satzung abgelöst. Gleichzeitig wurden neue Ordnungen aufgestellt, die das Clubleben und die Vorstandsarbeit regeln und somit erleichtern.
5. Neue Vereins- bzw. Vorstandsstruktur
Einhergehend mit einer neuen Satzung wurde auch die Führungsstruktur verschlankt und der Geschäftsführung konkrete Aufgabenfelder zugeordnet. Damit kann der Vorstand flexibel und schnell auf anstehende Aufgaben und Problemen reagieren.
6. Wiederaufbau einer Rennsportabteilung; Erweiterung des Bootspark
Durch die Einstellung eines Trainers ist es wieder gelungen eine Rennsport-abteilung aufzubauen. Die inzwischen mit vielen Siegen auf DRV-Regatten in Erscheinung getreten ist. Auch der Bootspark konnte erweitert werden, vorrangig im Kleinbootsektor.
7. Mitgliederzuwachs und Mitgliederstruktur; Ehrenamt
Der zunächst eingetretene Mitgliederschwund konnte mit viel Werbung, insbesondere durch viele Ruderschnupperkurse wieder umgekehrt werden. Die Mitgliederstruktur hat sich ganz besonders im Kinder- und Jugendbereich verbessert. Diese Erfolge sind letztendlich durch den großen Einsatz vieler ehrenamtlich, tätigen Mitgliedern zu verdanken. Das Ehrenamt hat im Club immer noch einen hohen Stellenwert.
4. Worauf bist du besonders stolz?
Erinnern wir uns nochmal an das Jahr 2003. Wo stand der Ruderclub in der Ruderszene und in der Dortmunder Bevölkerung? Wir waren sportlich und gesellschaftlich in eine der größten Krise seit Bestehen des Clubs geraten und das vor der anstehenden 75 Jahrfeier. Deshalb bin ich stolz darauf, dass es mir und meinem Vorstandsteam gelungen ist, den Club wieder aus der Talsohle geführt zu haben. Es war für mich zwar eine arbeitsreiche aber doch auch interessante und spannende Zeit.
5. Wie siehst du den Verein in 5 Jahren?
Wie du aus meinem Rückblick siehst, waren es gewaltige Aufgaben, die in den 7 Jahren vom Vorstand bewältigt worden sind. Aber ich denke es hat sich gelohnt. Der Club ist hervorragend für die Zukunft aufgestellt und ich denke weit über deine angesprochenen 5 Jahre hinaus. Auf dieser Basis kann der neue Vorstand aufbauen. Und ich hoffe, dass alle Mitglieder wie bisher den Club weiterhin tatkräftig unterstützen, insbesondere den neuen Vorstand, denn er braucht für eine erfolgreiche Arbeit das Vertrauen aller Mitglieder.
6. Vielen Dank für das nette Interview!
Gerne geschehen!